Erste Version des Eschenburg Textes ist jetzt online:
Ein Sommernachtstraum (Übersetzung von J.J. Eschenburg)
Freundlicherweise von J.G. korrigiert und verbessert.
Über uns...
Dieses Blog diente der Vorbereitung einer Inszenierung - hier tauschen sich die Beteiligten über ihre Sichtweise des Stücks, die Ideen zur Inszenierung, die Probleme mit dem Text und anderes mehr aus.
Leider ist dies Inszenierung bis auf weiteres verschoben. Daher hier erstmal nichts neues.Contents
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Hast du des Löwen Rolle schriftlich? |
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Irgendwie muss man sich ja beschäftigen... |
...und hier passiert ja auch in letzter Zeit fast nichts. Bleibt also nur Text.
Ich komm immer mehr zur Überzeugung, Eschenburg ist die richtige Wahl. Wie ja bereits dargelegt, sind eigentlich nur Fried und J.J. in der engeren Wahl - und wenn ich nur nach 'inherent qualities' urteilen würde, die Wahl müsste auf Fried fallen: besseres Textverständnis (und bessere Textverständlichkeit), besseres Deutsch, sicherere Verse.
Aber: Mir gefällt am Eschenburg (ähnlich wie ursprünglich am Schlegel) die Distanz, die der Text schafft. Da Stück ist dreivierhundertundeinbischen Jahre alt - das darf man dem Text gerne auch anhören.
Und 10% der Abendeinnahmen 'is not to be sneezed at'.
Und schlussendlich: mir wächst dieses Onlineprojekt 'Sommernachtstraumblog' ans Herz (auch wenn z. Zt. keiner liest) - mit einem Copyright-freien Text wird das vollständiger und runder.
Johann Joachim Eschenburg also. Ich hab einen neuen Arbeitstext angefangen, vielleicht magst ja mit tippen. Ich werde mich zunächst auf die Akte I, III und V beschränken, du kannst II und IV in Angriff nehmen. (Zunächst mal nur den Text, ohne extra Spalten für Kommentare u.ä. - nach getaner Arbeit können wir den dann auch Projekt Gutenberg spenden)
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A Case In Point... |
Nun, wo für zumindest einige Szenen alle Varianten zur Verfügung stehen, der Versuch eines Anfangs eines Systemathischen Vergleichs - oder auch: wild gewürfelte Anmerkungen zu Shakespeare Übersetzungen:
Ich beschränke mich auf die Liebhaber:
Akt 1:
LYSANDER
Or, if there were a sympathy in choice
Das Problem hier ist 'sympathy': das Online Etymology Dictionary definiert:
sympathy
1579, "affinity between certain things," from M.Fr. sympathie, from L.L. sympathia "community of feeling, sympathy," from Gk. sympatheia, from sympathes "having a fellow feeling, affected by like feelings," from syn- "together" + pathos "feeling" (see pathos).
In Eng., almost a magical notion at first; e.g. in ref. to medicines that heal wounds
when applied to a cloth stained with blood from the wound. Meaning "conformity
of feelings" is from 1596; sense of "fellow feeling" is first attested 1662.
Sympathize "to have fellow-feeling" is recorded from 1605. Sympathetic "sharing
the feelings of another" is from 1718.
Shakespeare verwendet also ein neues Wort für Übereinstimmung, und er nutzt es für Übereinstimmung der Gefühle (von 1596, wohl kein Zufall, gell). Die Bedeutung Mitgefühl kommt erst viel später. Mit dem deutschen Sympathie hat das alles wenig zu tun. Und nun unsere Übersetzer:
- Wieland
...und wenn ja die Wahl
Der Liebenden durch ihre Sympathie
Beglükt zu seyn versprach, so stellte sich
Sympathie also zwischen den Liebenden... - Eschenburg
Wenn ja den Liebenden die Sympathie
Ein bessres Glück versprach, so stellte sich
Sympathie zwischen was? Scheint ein unpersönliches Konzept, sowas wie eine Glückgötting vielleicht, zu sein - Schlegel
Und war auch Sympathie in ihrer Wahl,
So stürmte Krieg, Tod, Krankheit auf sie ein
Im deutschen Sprachverständnis ist immer Sympathie in der Wahl von Liebenden - man verliebt sich nunmal nicht in jemand unsymphatischen - Rothe
Ja, überall wo zwei verwandte Seelen
sich für einander heiß entschieden hatten,
Triftt den Sinn vielleicht besser - aber woher hat er denn jetzt die Seelen? Oder 'heiß entschieden'? Liest der ein anderes Stück? - Fried
Oder wenn schon die Wahl der Liebe stimmte,
Bingo - trifft die Bedeutung des Originals am besten und passt zum vorangegangenen Text.
Ich glaub, das dauert so zu lange. Worauf ich (offensichtlich) hinaus will: Fried ist des Englischen mächtiger als die anderen Kandidaten, dichtet besser als zumindest Rothe und Wieland, ist nicht so unverständlich wie Schlegel und biedert sich nicht so an wie Rothe. Ich schlage vor, wie beschränken unsere Wahl auf Fried und Eschenburg.
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The Poet's Pen... |
Das alte Problem hat wieder mein Denken befleckt: Welche Übersetzung spielen. Eigentlich dachte ich ja, dass Schlegel ausgemachte Sache sei. Und dann hab' ich den Text wieder gelesen und zumindest 'Droll' kann und will ich ihm nicht durchgehen lassen.
Und die Auseinandersetzung mit der Interpretation 'Herrschaft und Sexualität' hat mir die Friedsche Version wieder näher gebracht. Klang dann doch vertrauter.
Ich denke wir sollten das in den nächsten Wochen systematisch angehen - nein, nicht alle möglichen Übersetztungen vergleichen, sondern nur einige ausgewählte und die auch nur für ein paar Schlüsselszenen.
Hier der Anfang einer Gegenüberstellung. Ich habe den Wieland und den Fried zu hause - komme aber erst am Wochenende wieder zurück. Kannst du den Rothe (und gerne auch von den Anderen etwas) beisteuern?
Beim Einfügen des Schlegel fiel mir auf, wie gut er doch wiederum ist. Ja, alterthümlich - aber das ist Shakespear für englische Ohren auch