Ach ja, es ließe sich so schön selbstmitleidig von der Mittelohrentzündung plaudern, was ich hiermit erledigt habe.
Zwar hatte ich selbst zu posten längst mir vorgesetzt;
Doch eigne Sorgen machten mirs entfallen.
(Welch eine Wendung: machten mir's entfallen! hübsch!)
Denn derzeit drängt das Jugendstück nach (schweren) Entscheidungen und es ist niemand da, der sagen könnte: nimm dir Bedenkzeit - denn Zeit ist nicht mehr ...
Zur Zeit zum Thema daher nur soviel: Doppelrollen (= 1 Darsteller, mehrere Rollen im Gegensatz zu Doppelbesetzung = 1 Rolle, mehrere Darsteller - Du denkst also durchaus richtig im Sprachgebrauch des deutschen Theaterbetriebs) finde ich nach wie vor scheußlich. Das ist so die Staatstheater-Holzhammer-Dramaturgie: "hach, haben die aber einen tollen Einfall gehabt ..."
Wenn Parallelen sich anbieten, dann inszeniere ich die gern: ähnliche / gleiche Bilder, Haltungen &c. Und wenn das nicht reicht, muss man sich halt was einfallen lassen ...
Die Schiene Puck-Egeus missbehagt mir "aus dem Bauch heraus". Den Egeus hätte ich gern mächtiger, auch symbolträchtiger: die "böse" Gesellschaft, die das Glück des jungen Paares nicht erlauben will (Analogie: die bösen Eltern bei Romeo und hier ... / Pyramus-Thisbe - Romeo-Julia ... ???). Nicht alles auf Theseus abwälzen: der auch abhängig vom Wohlwollen seiner Bürger ... ... ...
Puck-Philostrat scheint mir schon vielversprechender: zumal ein nicht unspannender Kontrast bleibt zwischen dem sehr eigenständigen Puck und dem so machtlosen Philostrat (beides nur scheinbar?)
Aber auch hier: ist das nicht stimmiger mit zwei Darstellern? Können ja ähnliche / gleiche Attribute (Kleidung, Maske, Haltung, Sprache ...) bekommen. Wär's nicht viel schöner, die sich auch noch begegnen zu lassen? Ohne dass sie es merken?? Ohne, dass einer es merkt ???
Also: bitte keine Doppelrollen.
Über uns...
Dieses Blog diente der Vorbereitung einer Inszenierung - hier tauschen sich die Beteiligten über ihre Sichtweise des Stücks, die Ideen zur Inszenierung, die Probleme mit dem Text und anderes mehr aus.
Leider ist dies Inszenierung bis auf weiteres verschoben. Daher hier erstmal nichts neues.Contents
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Aus der Matratzengruft |
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Doppelt Leben |
Nun also doch noch ein paar Gedanken zu den gefürchteten Doppelrollen (oder doch Doppelbesetzungen - obwohl da denk ich immer an zwei Schauspieler für eine Rolle):
Wenn dopppeln, dann innerhalb des bisher vorausgesetzten Konzeptes (auch wenn du's noch nicht gekauft hast). Das impliziert, dass die Handwerker außerhalb des "Bühnentraums" agieren - keiner von diesen kann daher so ohne weiteres in der Hof-/Liebhaberwelt wieder auftauchen. Und als Elfen, die ja quasi den Gegenpol bilden, schon mal gar nicht.
Für die Personen auf der "Traumbühne" liegt der Fall ein wenig anders. Das Geschehen dort wird durch zwei Faktoren bestimmt: Zettels Traum / Wunschbilder / Cliches auf der einen, Pucks Gestaltung / Regie auf der anderen Seite. Puck kann daher ohne weiteres sowohl Philostrat als auch den Egeus geben - beide Rollen haben ja nur die Funktion, Handlung einzuleiten - etwas das Puck als Zettels Traumzeremonienmeister ja ohnehin tut. Er muss dazu noch nicht mal von der Bühne - das ein oder andere Erkennungsmerkmal - Mantel Bart, &c. - reicht aus.
Die klassischen Paarungen Theseus/Oberon und Hippolita/Titania funktionieren zur Not: Der Traum könnte ja nicht nur von Puck inszeniert sondern von den Elfen selbst auch gespielt werden. Die sind da zwar ein wenig schizophren - da sie in ihrem Streit z.B. ja auf Motive Bezug nehmen von denen sie wissen sollten, dass sie sie selbst gerade gespielt haben. Nee, Überzeugt mich noch nicht so ganz. Aber wenn's denn gar nicht anders zu besetzen ist. In dieser Konstruktionen könnten die Liebhaber auch von den 4 kleine Elflein gegeben werden.
Wirklich uneingeschränkt kann ich nur die Puck/Philostrat/Egeus Schiene vorschlagen. Die finde ich sogar nach längerem Nachdenken gut genug, sie selbst ohne Besetzungsschwierigkeiten einbauen zu wollen.
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Feasibility |
Nun konkreter zur Machbarkeit: Zwei Probleme hattest du angesprochen - Besetzung und zeitlicher Aufwand.
Besetzung: Hatten wir kurz schon besprochen. Du hattest ja deine Liste der Aktiven versehentlich in der für mich bestimmten Tasche gelassen - und ich zähle nun 40 Namen. Sicher, nicht alle verfügbar oder geeignet, aber ein guter Start. (Und wie bereits erwähnt deutlich besser als '89, da hatten wir keinen, als wir anfingen). Zusätzliche Optionen die du hast: reaktiviere die Reservisten - Karsten, Thorsten, Tim, etc. - fragen kostet nichts. Rekrutiere neue Schauspieler - geh' aktiv in die Theatergruppen der Schulen in Wedel, Rissen, Uetersen, Blankenese und lade zu einem offiziellen Vorsprechen ein. Mach da 'ne Show draus, richtiges Theater. Und als ersten Preis gibt's die Rolle der Hermia und die des Lysanders (und als Trostpreise Thisbe, Elfen, etc.).
Und wenn denn alle Stricke reissen, dann lass uns nochmal über die gefürchteten Doppelrollen reden.
Zeitlicher Aufwand: Zunächst ein englisches Sprichwort zu dem Thema "Procrastination is the thief of time". Wenn du natürlich wochenlang zauderst, musst du dich nicht wundern, dass die Zeit knapp wird, gell. Aber wozu hat man denn einen Dramaturgen der im richtigen Leben 'Senior Projectmanager' ist :).
Die Premiere planst du zum 2. September - und das wird wohl schwierig. Schulferien in SH enden am 25.8, die in HH am 22. - also Urlaubssperre für alle Beteiligten - bei 21 Mitwirkenden schwer (aber solltest du versuchen). Dieses Problem hast du aber für jedes Stück - wenn's nicht grade ein Zweipersoneneinakter ist.
Alternative: Du spielst das Ding vor den Sommerferien (Start in SH am 16.7, in HH am 12.7), also im Juni 2007 (passt auch besser zum Stück) und hast zu den Theatertagen eine Wiederaufnahme. Jetzt wird's schon kritischer. Let's say Permiere ist am 1.6.2007, dann bleiben uns noch 5 Monate zur Vorbereitung. Reine Probenzeit kannst du sicher besser einschätzen, aber ich geh' jetzt mal von 14 Wochen aus (die nicht ausreichenden 7 Wochen vom Christie gedoppelt). Das sind 3 Monate, sagen wir - for good measure - 3 1/2: Probenbeginn ist also der 19. Februar. Bis dahin brauchen wir:
- Vorläufige Strichfassung
- Grobkonzept für Rollen und Szenen
- Besetzung
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All die kleinen Dinge... |
...die gestern so beim Bier besprochen wurden, verdienen es, festgehalten zu werden. Ich versuch mal, mich zu erinneren:
- Besetzung
21 Sprechrollen sind nicht leicht zu besetzen - aber kritisch sind eigentlich nur 6 der Rollen:- Die vier Liebhaber
- Zettel
- Puck
Theseus, Hipployta, Oberon, Titania sind eh sehr vom Text festgelegt, Kandidaten für Handwerker hast du genug und die kleinen Elflein werden sich schon finden.
Kurzes Brainstorming ergab zumidest eine realistische Variante - ich bin sicher, dass du noch mehr finden wirst. - Motivation
Ja, du wirst fast alle deine Aktiven brauchen und ja, manche werden direkt vorher und direkt nachher in anderen Stücken spielen. Aber sie spielen ja alle gerne, und für etwas wie den Sommenachtstraum werden sich Theaterbesessene schnell begeistern - go out and sell it. - Derzeitiges Grobkonzept
Ist natürlich von meinen Theaterheroen beeinflusst. Und wir sind nicht das Thalia, oder Wilson oder die RSC oder so - so cum grano salis.- Die Elfen sind keine Natur- sondern Theatergeister. Ich verwies - vielleich unfairerweise - auf dein Lieblingsbuch, aber so wie Matt Ruff die Elfen in Universitätsgeister umwidmet, so ungefähr - und wir können dann gerne die Naturkatastrophenrede kürzen oder streichen.
- Die Stilisierung der Ebenen dient auch der Identifikation von Traum vs. Realität. Daher vielleicht z. Zt. etwas arg expressionistisch (und natürlich viel Wilson).
- Das Ausziehen hebt diese Zuordnung auf - hat aber noch andere, starke Konnotationen: Beraubt den Verzauberten seiner äusseren Identität, macht hilflos, verwundbar, verschämt - und hat natürlich auch eine erotische Komponente.
- Problematisch bleibt dabei die Verwandlung Titanias - müssen wir noch dran arbeiten.
- Kleine Ideen
- Zettels Lektüre ist sowas wie Das Goldene Blatt. Titelbild Theseus & Hippolyta, Schlagzeile: Fürstenhochzeit des Jahres(hunderts, zehnts, whatevah), unten ein Kasten mit "Krise bei Demetrius und Helena - Hat er eine Neue?", hinten Hermia & Lysander als Unterwäschemodells.
- Theseus ist nach dem hannoveraner Kasper modeliert
- Thisbe steht - nachdem sie ihren Mantel verliert - auch in Unterwäsche da - und das macht ja was mit unseren Figuren: In diesem Fall, so auf sich selbst gestellt, wird's Schauspiel
- Zettels Aufwachmonolog wird an das Ende verlegt und mit Pucks Schlussmonolog gemischt